Workshop 28.Juni 2011 - Pfarr-Cäcilien-Chor Holzheim

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Workshop 28.Juni 2011

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Zu dem Workshop am 28.06.11 konnten die Initiatoren H.-Hubert Brenner (Chorsprecher) und Michael Landsky (Regionalkantor) die Vorsitzenden von 20 Chören des Dekanates Rhein-Kreis Neuss begrüßen. Landsky stellte fest, dass auch diesmal die These, ein Drittel der Chöre sei besonders aktiv, zuträfe.
Die Regel (3teiligkeit) gilt offenbar auch für die Umfrage, die Brenner durchgeführt hatte, um die Schwerpunkte der Themen, die den Chören unter den Nägeln brennen, zu konkretisieren: 1/3 der insgesamt angeschriebenen Chöre gab eine Rückmeldung.
Allen Chören gemein ist der Umgang mit dem sinkenden Zuspruch, den die Kirche allgemein in der Bevölkerung hat und damit auch bei den potentiellen Sängerinnen und Sängern. Hinzu kommt der gesellschaftliche Wandel, demoskopische Entwicklungen und auch die damit einhergehende berufliche Belastung von Jungen. Dass diese oft keine ausgeprägten Ambitionen haben, sich regelmäßig, gar wöchentlich, zu engagieren, liegt da auf der Hand. Zu hinterfragen ist hier, ob es auch möglich ist, mit anderen Probe-Rhythmen erfolgreich zu sein, zumal die Beständigkeit der Messfeiern in den letzten Jahren auch nicht mehr gewahrt ist. Aber es gibt auch Positivbeispiele. So konnte Kantor Birkenfurth in Norf durch vorbildliche Arbeit mit Kinder-, Jugend- und Kirchenchor und einem durchgängigen(!) Konzept für eine bemerkenswerte Kontinuität für engagierte Kirchenmusik sorgen - ein Beispiel für die Kollegen im Dekanat.
Der als Referent eingeladene Dieter Leibold, der aktiv an der FU Münster für Musikgeragogik engagiert ist, stellte in seinem Vortrag dar, wie der Umgang mit Chören, deren Altersdurchschnitt jenseits der 60 liegt, sein sollte. Quasi als Aufnahme des status quo, der in vielen Kirchenchören (in Zukunft) die Regel sein könnte und kaum zu vermeiden sein wird, bevor Maßnahmen greifen können. Ein weiterer Aspekt der Diskussion. Interessant die Erfahrung, die auch alle Chöre gemacht haben, dass nämlich die soziale Komponente im Chorleben einen hohen Stellenwert hat.  Mehr noch als der unbedingte Leistungswille, der ebenfalls in den Chören steckt. Denn Qualität wollen Alle liefern.
Der These, dass Vereinsmeierei und Traditionalismus in den Chören verbreitet seien und der Nach-wuchsarbeit schade, widersprachen die anwesenden Vorsitzenden aber entschieden. Gerade das Bierchen oder der Wein nach der Probe sorge für eine gute Gemeinschaft und für Zusammenhalt zwischen den Sängerinnen und Sängern. Dieser Zusammenhalt, stellte Brenner denn auch fest, ist in den Kirchenchören durchweg gegeben und sorgt auch für Spaß an der Sache.
Singen tut also nicht nur doppelt gut ("Bis orat, qui bene cantat" [Wer gut singt, betet doppelt]; Augustinus), sondern fördert auch geistige Beweglichkeit - übrigens auch in jungen Jahren :-)
Einig waren sich die Teilnehmer auch darin, dass die Außenwirkung der Chöre ein noch bedeut-enderer Aspekt der Arbeit ist als früher. Allenthalben spricht man von "Marketing", "Publik relation" und "Events" (immer schön Neudeutsch), wenn in der Wirtschaft von Außenwirkung die Rede ist. Weil dies "heute so ist", kommen auch die Chöre nicht an diesen Methoden vorbei, sei es durch aufwändigere Plakate, Pressemitteilungen etc. stellte Leibold dar. Verbreitet sind bereits die Möglichkeiten, sich im Internet zu präsentieren. Da sind viele Chöre schon aktiv - von wegen verstaubt! Allerdings ist hier ist noch ein weites Feld, um das - unzutreffende - "verstaubten Image", dass schon dem Begriff "Kirchenchor" anhaftet, loszuwerden. Generell ist die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiges Mittel, um Interessenten für die Chorarbeit zu akquirieren.
Dabei spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass die Bindung an einen Chor, einen "Verein", heute bei Jugendlichen nicht mehr „in“ ist (s.o.). Für "Projekte" allerdings sind auch sie zu begeistern, unabhängig von der jeweiligen Stilrichtung. Ob Gospel oder Haydn und Mozart, für sämtliche Richtungen lassen sich auch Jugendliche begeistern. Ob eine Hinwendung zur Projektarbeit zielführend für die Zukunft ist, bleibt aber umstritten. Die Aufgabe eines Kirchenchores ist nämlich nach wie vor die Unterstützung der Liturgie in der Messe. Aber auch hier ist aufgrund der kirchlichen Umbrüche (Seelsorgebereiche, Kirchenschließungen, Messbesuch etc.) eine Veränderung gegeben, die neue Wege erforderlich macht. Quintessenz der Diskussion zu diesem Punkt war daher, dass Eine zu tun, ohne das Andere zu lassen.
Mit der Avision des nächsten Termins im Oktober 2011 (genaues geht noch an die Chorvorsitzen-den) ging die Runde auseinander und aufgrund der vielen Aspekte, die in der Kürze der Zeit nur angerissen werden konnten, begierig auf weitere Treffen.
Als Thema des nächsten Termins werden die "FINANZEN" Schwerpunkt sein, die, neben der Qualität (Folgethema und noch wichtiger bewertet), die dritte Säule der Chorarbeit sind - oftmals mit sehr restriktiver Wirkung und daher umso bedeutender.
Zufrieden waren Brenner und Landsky, die diese Treffen gerne im halbjährlichen Rythmus etablieren möchten, mit dieser ersten Veranstaltung. "Dass die Teilnehmer bei diesen tropischen Temperaturen im Kardinal Frings Haus bis zum Schluss mitgemacht haben, zeigt deutlich das Interesse und die Wichtigkeit der Themen", so Landsky. "Und wir müssen und werden etwas tun", ergänzte Brenner, getreu dem Motto des Abends: "Verte!" (Wende das Blatt). Vielleicht schon im Oktober, wenn sich eine Zusammenarbeit der engagierten Chöre erreichen lässt. Ähnlich wie dies schon von Kirchenmusiker Krane in Köln praktiziert wird, denn dort sind alle, die die Schubert Messe in D-Dur beherrschen(!) eingeladen, Ende August an einer großen Messe mit Orchester im Kölner Dom teilzunehmen. Im letzten Jahr eine tolle Erfahrung (mit der Spatzenmesse von Mozart), wie Brenner berichtete.


Hier sollte das Photo zu sehen sein...
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